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Wie weiter im ASE-Betrugsfall?

Eine von der ASE Investment AG geprellte Anlegerin hat sich mit einem geharnischten Schreiben an den Direktionspräsidenten der Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA gewandt und mir eine Kopie davon zugestellt. Sie erwartet endlich Aufschluss darüber, wo ihre „vorsätzlich und kriminell veruntreuten Vermögenswerte in Höhe von deutlich über einen Million“ geblieben sind und wann endlich sie das Geld zurückerhalte.

Was wissen wir heute über den Stand der Dinge? Erstens dass die treibende Kraft M.Sch. seit nun genau drei Jahren in Untersuchungshaft sitzt. Zweitens dass sich die Anzahl der Geschädigten auf inzwischen rund 1‘500 erhöht hat. Drittens dass sich die Basler Kantonalbank als Depotbank der ASE mit einem Grossteil der geschädigten Anleger aussergerichtlich geeinigt und hiefür rund 50 Mio. Franken aufgewendet hat. Und viertens dass die ASE Investment AG mit Domizil in Engelberg und Geschäftssitz in Frick am 9. Februar 2015 im Handelsregister gelöscht worden ist. Die strafrechtliche Untersuchung des Betrugsfalles liegt bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau und diese braucht offensichtlich so viel Zeit, weil es sich bei den ASE-Aktivitäten um ein komplexes Geflecht unter Einbezug von Steueroasen wie die Cayman Islands oder Gibraltar gehandelt hat.

In einer Zeit wie heute, wo es sehr schwierig geworden ist, erspartes und erarbeitetes Vermögen sicher, aber trotzdem noch mit ansprechender Rendite anzulegen, dient uns gerade der ASE-Fall als jüngstes Lehrbeispiel in einer ganzen Reihe von grossen Anlagebetrügen. Als mitschuldig daran hat sich einmal mehr die Gier vieler Anleger nach hoher Rendite erwiesen. Das fundamentale Prinzip vom „Trau, schau wem!“ wurde sträflich ausser Acht gelassen. Wenn eine kaum bekannte, fragwürdige Investmentgesellschaft auftritt und sich rühmt, die Finanzkrise von 2008/09 ohne jeglichen Schaden für die Anleger bewältigt zu haben, dann müssen doch die Alarmglocken zu läuten beginnen!

Maximilian Reimann, Gipf-Oberfrick

09.04.2015