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Mindestlöhne Schweiz und ausländische Nachbarschaft

Die Erwerbstätigkeit und deren Entlöhnung ist nach wie vor das wichtigste Mittel zur Erzielung von Einkommen und Vermögen. Deshalb steht die Lohn- und Salärpolitik immer öfter im Zentrum des politischen Handelns. In der Schweiz eignet sich das Instrument der Volksinitiative förmlich dazu. Aber das Schweizervolk schluckt nicht alles, was ihm angeblich zwecks Verbesserung des persönlichen Lohneinkommens zur Abstimmung vorgelegt wird. So lehnte es im März 2012 die Ferien-Initiative, mit der das Recht auf 6 Wochen Ferien für alle Arbeitnehmer gefordert wurde, klar mit 66,5 % ab. Vor einem halben Jahr sagte es hingegen mit 68 % Ja zur Volksinitiative gegen die Abzockerei auf den „Teppichetagen“ börsenkotierter Unternehmen.

Am 24. November steht mit der „1:12-Initiative“ ein weiteres Volksbegehren an, mit dem die Spitzensaläre in allen Unternehmen beschränkt bzw. die Mindestlöhne erhöht werden sollen. Gemäss ersten Meinungsumfragen dürfte es chancenlos sein.

Warum diese Nüchternheit und Zurückhaltung des Schweizervolkes gegenüber Vorlagen, die das eigene Lohneinkommen betreffen? Ich glaube, die Mehrheit unserer Bürgerinnen und Bürger weiss sehr wohl, dass es ihnen jetzt schon wesentlich besser geht als den Leuten im nahen Ausland. Deshalb soll das Rad nicht überdreht werden. Ein Vergleich der Mindestlöhne in der wichtigen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie bestätigt diese Erkenntnis:

Mindestsaläre von Ungelernten, basierend auf einer 40-Stunden-Woche, umgerechnet in CHF und 13 x jährlich ausbezahlt:

Italien: 1‘511.--
Frankreich/Elsass: 1‘817.--
Österreich: 2‘006.--
Bayern / Baden-Württ. 3‘360.--
Schweiz: 3‘600 – 3‘850.-- (*)

(*) Unterschiedlich nach Tarifregionen

Quelle: SwissMEM Sept. 2013

Maximilian Reimann

26.09.2013