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Kontroverse um "anonymen" AZ-Geldberater

Seit einiger Zeit gibt im „Sonntag“, dem Wochenblatt aus dem Verlag der Aargauer Zeitung, ein Geldberater namens Boris Feldmann recht unmissverständliche Börsentipps von sich. Die Zeitung, die bei anderen Leuten noch so gerne auf Transparenz pocht, verschwieg ihrer Leserschaft aber bis anhin, wer dieser Boris Feldmann wirklich ist. Das IT-Medienmagazin „Medienwoche“ hat nun für Transparenz gesorgt. Boris Feldmann ist ein Pseudonym. Sein wahrer Name ist François Bloch, Börsenkolumnist beim Zürcher Tages-Anzeiger und Verfasser der dortigen Kolumne „Inside Bahnhofstrasse“.

Im AZ-Haus tut man sich schwer mit der Aufdeckung dieser Identität. Offenbar wollte der „Sonntag“ mit Boris Feldmann Exklusivität vortäuschen und verheimlichen, dass man Blochs Börsentipps mit einer anderen Zeitung teilen muss. Ich hingegen meine, es ist höchste Zeit, dass man mehr erfährt über diesen Geldberater. François Bloch ist nämlich nicht nur Kolumnist, sondern auch Private Banker und Fondsmanager. Die Leserschaft des „Sonntag“ soll doch wissen dürfen, dass die daselbst widergegeben Tipps von einem praktizierenden Banker stammen. Ich möchte Herrn Bloch keinesfalls unterstellen, dass er die „Lesermassen im Mittelland“ dazu animieren möchte, Börsenkäufe oder –verkäufe zu tätigen, in denen er bereits auf eigene Rechnung vorgehandelt hat. Auch die Redaktion des „Sonntag“ selber legt Wert auf diese Feststellung. Statt dessen stelle lediglich fest, dass auch Herr Bloch nur mit Wasser kocht. Verschiedene seiner konkreten Empfehlungen gingen nämlich in die Hose, insbesondere wenn man das richtige Timing verpasst hat. Auf und ab geht es im mehrjährigen Börsenzyklus nämlich bei fast allen Aktien…

Maximilian Reimann

26.01.2012