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Ärztlicher Kontrollcheck für Senioren-Autofahrer künftig erst ab 75?

Mit einem parlamentarischen Vorstoss, den ich am 18. Juni eingereicht hatte, möchte ich die aktuelle Praxis, die von vielen älteren Autofahrern als Schikane bis Diskriminierung empfunden wird, einer Neubeurteilung unterziehen lassen. Tatsache ist nämlich, dass sich Autofahrer in der Schweiz ab dem 70. Altersjahr auf eigene Rechnung alle zwei Jahre einer ärztlichen Kontrolluntersuchung zu unterziehen haben.

Demgegenüber wird in unseren Nachbarländern Deutschland, Österreich und Frankreich weiterhin auf Eigenverantwortung gesetzt, wann mit dem Autofahren aufgehört wird. Erstaunlicherweise zeigt die Unfallstatistik, was das Autofahren über 70 in diesen vier Ländern anbetrifft, keine nennenswerten Unterschiede auf. Entsprechend bin ich der Meinung, dass diese Alterslimite bei uns zumindest auf 75 Jahre hinaufgesetzt werden kann.

Rund ein Viertel der NR-Mitglieder aus allen grossen Parteien hat den Vorstoss mitunterzeichnet. Gefragt wurde ich aber vom einen oder anderen, ob die Verkehrssicherheit darunter nicht leidet. Anlass dazu gaben ihnen medienmässig aufgebauschte Verkehrsunfälle mit Senioren am Steuer. Gerade deshalb hatte ich noch eine zweite Komponente in meinen Vorstoss eingebaut. Der Bund soll nämlich mit Präventionsaktivitäten gezielt die Eigenverantwortung älterer Leute sensibilisieren, wann sie von sich aus den Führerschein abgeben sollten. Genau so wird es auch in besagten Nachbarländern gemacht, deren Automobilisten mit uns ja auch schweizerische Strassen benutzen.

Nun wird sich als nächstes die nationalrätliche Verkehrskommission mit dem Anliegen befassen.

Nationalrat Maximilian Reimann