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Zu dick aufgetragen, Helmut Hubacher!

Gerne lese ich jeweils die Erinnerungen von alt-Nationalratskolle Helmut Hubacher an seine politische Aktivzeit in Bern. In seiner Kolumne über den sog. Fichenskandal von 1989 hatte er aber gar dick aufgeladen. Er vermeldet, die Bundespolizei hätte damals 900‘000 Leute observiert und fichiert, 900‘000 politische Maulwürfe bei damals 6 Mio. Einwohnern; die DDR lasse grüssen.

Auch ich wollte als damals junger Parlamentarier umgehend wissen, ob auch ich fichiert war. Ja ich war es. Sechs Einträge gab es über mich. Alles waren Vermerke, dass ich als Mitglied der Radio- und TV-Truppe an streng geheimen Hauptquartieren der Armee Sendungen geübt hatte. Im Jargon Hubachers wäre ich also ein Maulwurf, und Zehntausende anderer Bürgerinnen und Bürger wären es auch. Damals herrschte kalter Krieg und solche Registrierungen halte ich heute noch für richtig.

Was aber die Grüsse aus der DDR anbetrifft, war es gerade umgekehrt. Es war ausgerechnet Helmut Hubacher, der 1982 mit einer Handvoll Schweizer Genossen nach Ost-Berlin wallfahrte, um dem letzten SED-Generalsekretär Erich Honecker die besten Grüsse der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz zu überbringen. Darüber hinterliess die DDR-Stasi ebenfalls einiges an Fichen. Aus zeitgenössischer Sicht wäre es interessant, Helmut Hubacher würde uns über dieses Ereignis auch noch ein paar persönliche Erinnerungsstücke hinterlassen…

Maximilian Reimann, Nationalrat SVP, Gipf-Oberfrick

25.11.2014